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pädagogische Konzept des Kindercampus

pädagogisches Konzept Kindercampus

Im Frühjahr 2009 bat uns das Stadtschulamt von den jeweiligen Leiterinen unserer Einrchtungen zu folgenden Punkten pädagogische Stellungnahme und Konzept schriftlich zu verfassen:

1. Eingewöhnung

1-3jährige

In der Krabbelgruppe werden Kinder ab einem Jahr aufgenommen. Für Kinder und Eltern ist es in der Regel die erste regelmäßige Trennung bei der das Kind in eine Kinderbetreuungseinrichtung gegeben wird. Somit stellt die Eingewöhnung eine Herausforderung für alle Beteiligten dar und macht eine gute Planung und Vorbereitung erforderlich.
Die Basis für eine erfolgreiche Eingewöhnung des Kleinkindes ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern und Mitarbeiterinnen. In einem ersten Aufnahmegespräch wird deshalb alles Wesentliche für die Eingewöhnung besprochen. Dabei sind neben den organisatorischen Fragen (Bring -und Abholzeiten, Tagesablauf und Gruppenstruktur), die persönlichen Fragen und Sorgen der Eltern zu thematisieren. Die Beziehung zwischen Eltern und Erzieherinnen muss genauso erst aufgebaut werden, wie die zwischen Kind und Erzieherinnen. Darauf aufbauend kann der Eingewöhnungsprozess für das Kind beginnen.

Für das Kind bieten die tägliche Routine und feste Rituale (beim Bringen und Abholen, beim Schlafengehen usw.) einen Rahmen, in dem es sich sicher fühlen kann. Diese Sicherheit ist Voraussetzung für das Kind, sich auf eine Beziehung zu den zunächst fremden Kindern und Erwachsenen der Gruppe einzulassen.

Mit den Eltern wird eine Eingewöhnungsphase von 6-8 Wochen vereinbart, in der das Kind durch eine gemeinsame Zeit von Kind und Mutter/Vater in der Gruppe (3-5  Tage) auf  die Trennung vorbereitet wird. Ist ein gewisses Vertrauen mit der Umgebung und der neuen Bezugsperson hergestellt, verabschiedet sich das Elternteil zunächst nur für kurze Zeit. Diese Zeiten werden dann immer weiter ausgedehnt. Nach ca. 10 Tagen bleibt das Kind zum Mittagessen, in einem nächsten Schritt (je nach individueller Eingewöhnung nach 2-3 Wochen) auch zum Schlafen in der Krabbelgruppe.

Mit den Eltern finden in der Eingewöhnungsphase täglich kurze Gespräche statt, in der über den Verlauf der Eingewöhnung und das Verhalten des Kindes in der Abwesenheit der Eltern gesprochen wird. Probleme und Ängste sollten hier auf jeden Fall thematisiert werden.

Ist die Eingewöhnung erfolgreich verlaufen, kann das Kind nach 6-8 Wochen den ganzen Tag in der Einrichtung bleiben.

2. Sauberkeitserziehung und sexuelle Identität

1-3jährige

In der Krabbelgruppe gehört die Sauberkeitserziehung zu den wichtigsten Entwicklungsaufgaben der Kinder. Schon bei den 1jährigen ist das regelmäßige Wickeln und Händewaschen tägliche Routine, die auch viel Zeit in Anspruch nimmt. Daher nutzen die Erzieherinnen insbesondere die Wickel-Situation zum intensiven Gespräch mit dem einzelnen Kind.
Wenn die Kinder mit 24 Monaten in der Lage sind, die Schließmuskeln zu kontrollieren, beginnt je nach persönlichem Entwicklungsstand (in der Regel mit 2,5 Jahren) die Hinführung zur Nutzung  der Toilette. Dies ist nur in enger Abstimmung mit den Eltern möglich, die diesen Prozess gemeinsam mit den Erzieherinnen in der Gruppe einleiten und begleiten  müssen. Denn nur durch die Unterstützung der Erwachsenen kann das Kind in seinem Bemühen Trocken zu werden, Erfolg haben.
Auch das Zähneputzen nach dem Mittagessen wird mit den Kindern der Krabbelgruppe eingeführt und täglich geübt.

Mädchen und Jungen beginnen ab dem 2. Lebensjahr verstärkt, ihre sexuelle Identität zu erkunden und sich selbst als Junge oder Mädchen zu definieren. Dazu gehört auch die intensive Beschäftigung mit dem eigenen Körper. Die Eltern, aber auch die pädagogischen Mitarbeiterinnen, sind hierbei Rollen-Vorbild. Schon  kleine Kinder unter 2 Jahren lernen die Gemeinsamkeiten des eigenen Geschlechts in Abgrenzung zum jeweils anderen zu unterscheiden. Dafür ist es wichtig, dass diese Unterschiede und Gemeinsamkeiten von den Erwachsenen verbalisiert werden, denn nur so können die Kinder später ihre Fragen auch in Worte fassen.
So ist für uns die Benennung der sekundären Geschlechtsmerkmale schon bei den 1-3jährigen oder die altersgemäße Beantwortung von Fragen ein wichtiges Anliegen, um der Tabuisierung von Sexualität entgegenzuwirken und eine gesunde Entwicklung der Kinder als Junge oder Mädchen zu unterstützen.

3-6jährige

Viele Kinder sind mit Eintritt in den Kindergarten bereits sauber, brauchen aber noch Hilfe, wenn sie zur Toilette gehen oder die Hände waschen. Einige Kinder tragen zunächst noch Windeln, schaffen den Schritt zum Trocken werden in der Regel aber innerhalb der ersten 6 Monate im Kindergarten. Kinder, die noch nicht trocken sind, werden in Absprache mit den Eltern nach Beendigung der Eingewöhnungsphase zum regelmäßigen Toilettengang animiert. Angespornt durch das Vorbild der anderen Kinder ist dieser Entwicklungsschritt normalerweise schnell abgeschlossen.

Im Kindergarten zeigen die Kinder verstärkt geschlechtstypisches Verhalten, wobei sie sich an den anderen Kindern orientieren und geschlechts-untypisches Verhalten untereinander stark sanktionieren. Das Interesse an der eigenen Sexualität nimmt zu. In der pädagogischen Arbeit ist es uns besonders wichtig, das Thema Sexualität nicht zu tabuisieren. Fragen der Kinder versuchen wir altersgerecht zu beantworten. Die Kinder erkunden im Kindergartenalter nicht nur den eigenen Körper, sondern interessieren sich auch für die ihrer Freunde. Dabei ist es für die Erzieherinnen in erster Linie wichtig, diese Erkundungen („Doktorspiele“) zuzulassen, aber auch darauf zu achten, dass kein Kind zu etwas gedrängt wird. Die Intimsphäre des einzelnen Kindes ist unbedingt zu schützen.
Verfasser: Ursula Hartmann, Leiterin Kindercampus


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