Die Stadtstrolche-Post
August 2006: Drei Kinder unterhalten sich mit Uschi über den Tod. Lea B.: “Meine Oma und mein Opa sind schon lange tot.” Da sagt der Alexander: “Meine sind auch schon längst ausgestorben.”
Januar 2006: Emma zu Uschi: “ Hier bin ich in der kleinen Schweizer Str und morgen fahre ich in die grosse Schweiz zum Ski fahren.”
Januar 2006: Cosima: “ Hannah, willst Du mich besuchen? “ Hannah O.: “ Morgen habe ich aber keine Zeit, da habe ich eine Besprechung im Büro. ”
September 2005: Emma, Lorenz und Alexander spielen Mutter, Vater, Kind. Mutter Emma zu Papa Lorenz : “ Ich lege das Baby schlafen und Du gehst einkaufen.” Lorenz völlig verdutzt : “ Aber ich muss doch jetzt zur Arbeit” Emma, nicht gewohnt Widerworte zu erhalten, guckt Lorenz schräg an und sagt: “ Na gut, aber nur fünf Minuten, dann gehst Du einkaufen. ”
August 2005: Lea ist seit einigen Tagen Pippi Langstrumpf und möchte auch von den Kindern und ErzieherInnen so genannt werden. Die Kinder gehen zusammen in den Zoo. Lea zu Uschi: “ Du, Uschi, ich habe mich heute verkleidet und ein Ballerinakleid angezogen, damit niemand im Zoo merkt, dass ich eigentlich Pippi Langstrumpf bin!”
Juli 2005: Toms Mama kommt freudig in den Kindergarten und sagt stolz zu Maria: “ Tom hat was auf italienisch gesagt, einen ganzen Satz, ich bin ganz stolz auf meinen Sohn. Was heißt eigentlich: Cosa hai fatto? ” Maria lacht und sagt “ Was hast Du jetzt schon wieder gemacht? “ Wohl etwas, dass Tom so oft hört, dass er es sich gut merken kann!!!
Juli 2005: Lucas Mutti kommt zum abholen. Luca: “ Ich kann jetzt noch nicht mit, ich muss erst einmal die Sarah (anderes Kind) heiraten.” Lucas Mama: “O.k., dann heirate erst einmal, ich warte hier in der Garderobe .”
März 2005: Uschi möchte eine Glühbirne auswechseln. Alexander ganz aufgeregt: Aber Uschi! Das kann doch nur der Frank!” Lorenz:” Der muss dann in den Baumarkt!” Uschi: “Das kann ich auch!”, Alexander: “Nein, da kommst du doch gar nicht dran!” Uschi : “Dann steige ich eben auf den Tisch” Lorenz ganz empört: “Aber Uschi, das darfst Du doch nicht!” - Seitdem haben wir beschlossen, das die Erzieher noch mehr dir traditionellen Rollen aufweichen werden.
März 2005: Paula und ihre Freundin Sarah streiten sich. Paula zu Sarah: Hör auf! Mir brennt das Herz!”
Januar 2005: Im Kindergarten hängt seit Anfang Januar 2005 ein gelber Briefkasten mit Posthorn für die Post der Kinder. Der Briefkasten ist täglich prall mit Briefen und gemalter Post gefüllt. Luka (deutsch/deutsch) drei Jahre alt, will nach drei Tagen zuschauen, seinem Lieblingscousin auch einen Brief schreiben. Schreibt und steht überlegend vor dem Briefkasten, ob er denn nun diesen Brief dort einwerfen soll. Seinem Gesicht zufolge, traut er diesem Briefkasten noch nicht ganz und sagt zu Uschi: “Den Brief für Yannik nehme ich lieber selber mit und gebe den ab.” Und steckt den Brief in seine Hosentasche.
Dezember 2004: Paul (deutsch/deutsch) wird an dem Esstisch von der italienischen Erzieherin auf italienisch aufgefordert, Carlotta und Lorenz zum Essen zu holen. Paul, seit vier Monaten im Kindergarten, drei Jahre alt, schaut am Tisch herum, schaut die Erzieherin groß an und antwortet der Erzieherin auf deutsch: “Dann geh ich jetzt mal Carlotta und den Lorenz holen.” Steht auf und kommt mit den beiden Kindern zusammen zu Tisch.
Dezember 2004: Peter beschwert sich bei Elke: “Der Alexander hat Weihnachtsbaum zu mir gesagt. Das darf der doch gar nicht!” Schimpfwörter !!!
Dezember 2004: Lea beschwert sich bei Uschi: “Der Tom hat gesagt, ich bin ein Laternenumzug!“ Uschi zu Lea: “Dann sag ihm, dass Du das nicht magst!“
November 2004: Die Erzieherin Maria sagt zu der Mutter von Emma (drei Jahre alt), die Mutter solle sich nicht wundern, wenn Emma sich beschweren würde. Emma darf am nächsten Mittag ihr Essen nicht selber auf ihren Teller legen, da sie heute - trotz Ermahnung - so viel aufgelegt hat, was sie nicht geschafft hat. Emma schaut ihre Mutter an, schaut Maria an und sagt: “Dann komme ich morgen nicht!”
Oktober 2004: Die Kinder sollen jeweils sich ein Tier ausdenken, es pantomimisch darstellen und die anderen Kinder sollen dieses erraten. Sean, vier Jahre, ist an der Reihe, legt sich flach auf den Bauch und bewegt sich dabei wie eine Schlange. Die Kinder fangen an zu raten: “ Schlange, Fisch, Regenwurm, ...” Nach einiger Zeit geben sie sich geschlagen und fragen Sean, wen er nun darstelle? Seine Antwort: “Ein Fischstäbchen!”,
September 2004: Elke fragt die Kinder im Wald: “Hört Ihr die Vögelchen singen?” Eine Antwort: “Ich höre nur die Flugzeuge!“ Frankfurter Stadtkinder !!!

