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Fortbildung

Um besser über unsere Arbeitsmethoden und - ziele zu informieren, werden die Fort- und Weiterbildungen der ErzieherInnen publiziert.

Gern nehmen wir über unsere homepage Anregungen und Verbesserungsvorschläge entgegen und diskutieren auch gern über neue “Erziehungsmodelle”.

In der pädagogischen Alltagssprache werden Begriffe benutzt, mit denen wir uns inhaltlich nicht identifizieren können. Hier sollen nun einige Begriffe auf den Prüfstand gestellt werden, deren Neudefinition unser Konzept verdeutlichen und eine gesellschaftliche Diskussion anregen soll:

Angebot: in der pädagogischen Alltagssprache wird mit “Angebot” etwas bezeichnet, das die Kinder nicht ablehnen können, denn die ErzieherInnen halten es für wichtig und haben es für die Kinder vorbereitet. Das pädagogische Angebot gilt dort als das, was den eigentlichen Bildungsbestandteil der Arbeit mit den Kindern ausmacht. Dahinter steht die Vorstellung, Bildung sei die Aktivität der Erwachsenen. Wenn die ErzieherInnen sagen, jetzt ist Bildung, dann ist Bildung. Angebot ist in dem Modell das Gegenteil vom Freispiel. Das pädagogische Angebot in den Kindergärten ist der Unterricht in den Schulen.

Angebot bei den Stadtstrolchen: Bei uns steht mit einem Angebot nicht vorher fest, was hinterher dabei herauskommen soll, beim Kind und als Produkt. Bildung ist die Aktivität der Kinder. Ein erfolgreicher Bildungsprozess beginnt mit Erfahrungen und Fragen der Kinder, über Ausprobieren, Be-greifen, selber Wollen und Machen. Unsere Angebote sind Vielfalt, Auswahl, Darbietung und die Möglichkeit abzulehnen, was einem nicht gefällt. Unsere Erzieherinnen schauen genau hin und hören zu, betreiben “Marktforschung” um den Bedarf der Kinder zu erheben. Um das Bieten zu können, was den Bedarf entspricht, kommen die Kinder bei uns in den Räumlichkeiten mit den unterschiedlichsten Material frei und selbstständig in Berührung. Sie sind frei in der Zeit und den Beteiligungsmöglichkeiten, in der Alltagsorganisation und auf der Beziehungsebene. In den festen Angebotsgruppen (Waldtag, Englisch- und Musikkurs) sind die Kinder wiederum frei sich zu bewegen und an dem Angebot teilzunehmen oder sich herauszuziehen.

Lernen: Lernen beginnt erst, wenn Pädagogen sagen: “ Jetzt wird gelernt”. Und, Lernen macht nicht zwangsläufig Spaß! Lernen ist eine ernste Angelegenheit. Lernen wird als solches erst dann anerkannt, wenn es in schulischen Formen organisiert ist, und im Sitzen stattfindet. Lernen braucht vorbereiteten Lernstoff, der durchgenommen wird.

Lernen bei den Stadtstrolchen: Neugeborene sind Lernanfänger. Kinder kommen auf die Welt und lernen los. Frei nach Piaget lernen Kinder zunächst über ihre Bewegung, ihre Motorik. Bewegung, dass meinen auch wir, macht schlau. Bei jeder Aktivität sind Kinder in Bewegung. Aber auch Erwachsene lernen noch vieles in Bewegung. Auswendig lernen wird oft im Gehen praktiziert. Unsere besten Gedanken und Ideen kommen uns beim Spazieren gehen. Mönche haben in ihren Klöstern Meditationsgänge. Auch die neusten neurowissenschaftlichen Untersuchungen zeigen uns, dass unser Gehirn aufnahmefähiger ist, wenn wir das zu Lernende in Bewegung erlernen. Daher sind unsere Räumlichkeiten großzügig und frei gestaltet, und nicht mit Tischen und Stühlen zugestellt. Unser Lernprogramm, unser Lernstoff zeigen uns unsere Kinder. Wir schauen genau hin, um den Forscherdrang unserer Kinder zu unterstützen, den Wissensdrang zu fördern, die  Welt zu entdecken und zu erkennen.


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