Konzept der Einrichtungen
1. Leitgedanke
Da unsere Kinder mit einem grösseren Wissen wesentlich früher ausgestattet sind, sehen wir es als unsere Aufgabe an, diesem Wissen und Wissensdrang weiter Nahrung zu geben. Wir vom Träger 55 fördern in unseren Kindergärten unsere Kinder früh individuell mit Spass am Lernen, sehen uns einer entwicklungsbedingten Reife der Kinder gegenüber, die wir mit unserem Konzept, speziell auf Kindergartenkinder zugeschnitten, mehr befriedigen können. Konzeptionell müssen die Kinder im Kindergartenalter mit anderen Methoden und Themen an unsere Angebote herangeführt werden. Für uns steht immer das Kind im Mittelpunkt unseres Interesses.
Im Kindercampus werden im Laufe des Tages, da wir von dem altersübergreifenden Lernen überzeugt sind, Hortkinder in die Einrichtung des Kindercampus zustossen.
Zentraler Bestanteil unseres Gesamtkonzeptes unserer Einrichtungen ist die Bilingualität. Die Zweisprachigkeit wird im Alltag praktiziert. Wir stehen für: Eine Person eine Sprache.
Unter dem Bildungsbegriff verstehen wir gerade im Elementarbereich und der Grundschulpädagogik das Erlernen von Kompetenzen im Umgang mit einer zunehmend komplexer werdenden Umwelt. Hier wird der Grundstein für ein selbst bestimmtes und erfolgreiches lebenslanges Lernen gelegt. Daher geht es gerade in erster Linie nicht darum, sich rasch veränderndes Fach- und Spezialwissen anzueignen, sondern wir entwickeln Basiskompetenzen und stellen die Orientierung an allgemeingültigen Werten in den Mittelpunkt unserer Einrichtungen. Der Fokus richtet sich darauf, ein breit gefächertes Basiswissen mit den Kindern und bei den Kindern aufzubauen, damit sie Orientierung in den Umgang mit der immer stärker werdenden sie umgebenden Informations- und Wissensfülle erhalten. Dies ist die Voraussetzung, um sich damit jederzeit Fach- und Spezialwissen überhaupt aneignen zu können. Bei uns steht demnach nicht der reine Wissenserwerb im Vordergrund, sondern der Erwerb von Lernkompetenz.
Das pädagogische Konzept unserer Einrichtungen beruht auf einer individuellen Förderung der Kinder. Dies bedeutet methodisch, zunächst einmal, das Erkennen und darauf aufbauend das Fördern der individuellen Begabung. Die individuellen Begabungen des einzelnen Kindes zu erkennen und daran eine spezielle Unterstützung auszurichten. Diese Förderung verbinden wir mit dem Ziel, den natürlichen vorhandenen Spass und die Lust am Lernen zu erhalten und auszubauen. Sich zu bilden, sich Bildung und Wissen anzueignen macht Spass, es ist lustvoll, aktiv, sinnlich und sozial.
In unseren Einrichtungen soll sich das Kind mittels seiner angeborenen Neugier die Umwelt aneignen. Um sich dieser Bildung zu öffnen, benötigt ein Kind Beziehung, Bewegung, Freiräume, Erfolgserlebnisse, andere Kinder (– auch in ihrer Vorbildfunktion), und nicht zuletzt Werte und Überzeugungen.
Da jeder Mensch mit unterschiedlichen Schwächen und Stärken ausgestattet ist, ist es unsere Aufgabe, diese Stärken zu finden und jedem Kind die Möglichkeit zu geben, diese Stärken auszubauen und mit den Schwächen konstruktiv umzugehen. Um dieses zu leisten, bieten wir jedem Kind die grösstmöglichen Freiräume für seine Entwicklung.
2. Theoretischer Bezugsrahmen
In unseren Einrichtungen haben wir das theoretische Rahmenkonstrukt von Andres und Laewens vom Berliner Institut für angewandte Sozialisationsforschung/frühe Kindheit e.V. übernommen, in dem sie die Intelligenzen eines Menschen in sieben Bereiche gliedern: sozial, sprachlich, musikalisch, motorisch, logisch-mathematisch, praktisch und wissenschaftlich. Diese Bereiche werden in unseren Einrichtungen durch altersgemässe unterschiedliche Angebote abgedeckt, damit wir erkennen, wo die Begabung des Kindes liegt, und dem Kind eine individuelle Förderung anbieten können. Ziel ist es die individuelle Begabung als Teil der Gemeinschaft zu begreifen.
Auch haben die Experten des Infans-Institutes einen Fragebogen entwickelt, mittels dessen die individuellen Begabungen ermittelt werden können. Selbstverständlich bleibt dieser Fragebogen kein starres Gerüst. Er wird durch die Erzieherinnen und das Fachpersonal permanent fortentwickelt und angepasst.
Voraussetzungen für effektives Lernen sind, belegt durch Erkenntnisse der Neurowissenschaft (http://www.uni-ulm.de), Spass am Lernen, Bewegung, Emotionen, Wiederholung und Interaktion mit anderen Kindern, der Gruppe und dem Personal. Eine Erzieherin muss daher ihr Fach leidenschaftlich vertreten, muss ihre Kinder mögen und von ihnen geschätzt werden, damit das Lernen fruchtbar ist.
Es geht aber noch einfacher. „Ganz allgemein gilt folgendes: Ein Mensch macht eine Sache gut, wenn die Sache ihm Freude macht, er den Dingen aus eigener Motivation nachgeht.“ (Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer).
3. Pädagogische Umsetzung
3.1. Tagesstruktur
Der Morgen beginnt mit einer Gleitzeit von 7.30 bis zum Morgenkreis um 9.00. Die Kinder haben so die Möglichkeit physisch und auch psychisch in den Einrichtungen anzukommen. Die ErzieherInnen erhalten die Möglichkeit, ruhig den Tag ohne Hektik und ohne Stress zu beginnen. Um 9.00 Uhr treffen die Kinder in dem Morgenkreis zusammen. Der Morgenkreis ist Diskussionsforum, dient dem Meinungsaustausch, wird als Informationsforum von den ErzieherInnen und den Kindern genutzt. Zunächst wird mit einem deutschen und einem italienisch/spanischen Begrüssungslied jedes Kind mit Namen in den Einrichtungen willkommen geheissen. Es wird besprochen, wer fehlt, ob zum Beispiel aus Krankheit, oder urlaubsbedingt. Nach diesem Ritual wird geklärt, was für ein Tag ist (z.B. Montag), was für ein Kursangebot stattfindet (z.B. Englisch). Der Morgenkreis bietet auch die Möglichkeit Anliegen der Kinder zu äussern und zu klären. Die Kinder erarbeiten in diesem Morgenkreis auch selbst gewählte Themen, berichten von Erlebnissen und werfen Fragen auf, die sie von den Erwachsenen oder auch den anderen Kindern beantwortet wissen wollen. Der Morgenkreis ist verbindlich und findet jeden Morgen statt. Die ErzieherInnen fragen auch: "Was wollt Ihr gern wissen?“ und erarbeiten mit den Kindern zusammen das Projekt und die Art der Projektbearbeitung. Nach dem Morgenkreis können die Kinder Frühstücken gehen und werden gegen 10 Uhr in Gruppen zu den Kursen geleitet.
Neben den Kursangeboten werden in den anderen Räumen und in der Küche weitere Angebote von den ErzieherInnen bereitet. Die Angebote stehen im Zusammenhang mit dem Monatsthema.
3.2. Sprache (Mutter- und Fremdsprache, Lesen, Schreiben, Entwicklung)
Der Träger versteht jede Situation in den Einrichtungen auch als Sprachunterricht. Die Sprache findet sich in einem übergreifenden Gesamtkonzept wieder. Dabei stehen die italienische oder spanische Sprache der deutschen Sprache gleichberechtigt nebeneinander.
Die Aufgabe des Sprachangebotes ist es, die unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen der Kinder sowohl im Bereich der gesprochenen als auch der geschriebenen Sprache aufzugreifen und so wirksam wie möglich zu entfalten und zu erweitern. Der morgendliche Gesprächskreis bietet den Kindern eine differenzierte und kreativ sprachliche Verarbeitung von Eindrücken, Erlebnissen und Gefühlen. Ebenso erlangen die Kinder ein Gespür und die Fähigkeit für situationsangemessenes Sprachverhalten. Wir trennen konsequent, „eine Person – eine Sprache“. Dadurch erlebt das Kind einen natürlichen und ungesteuerten Zweitspracherwerb. Die zweite Sprache wird in alltäglichen und natürlichen Handlungssituationen erworben. Die Kinder lernen anschaulich und konkret unter Beteiligung aller Sinne.
Das Sprachverhalten der ErzieherInnen erhält eine zentrale Rolle. Ihre Freude am Sprechen untermalen sie mit deutlicher Mimik und Gestik. Die ErzieherInnen schulen das phonologische Bewusstsein – die Fähigkeit, die Lautstrukturen gesprochener Sprache wahrzunehmen – mit Reimen, Silben, Lauten, akustischer Wahrnehmung, Liedern, Gedichten, Kreis-, Sing-, und Fingerspielen. Auf diese Weise legen sie den Beginn für das Lesenlernen und das Erlernen von Schriftsprache. Die ErzieherIn ist Sprachvorbild. Sie spricht kurze, vollständige und grammatikalisch richtige Sätze und bietet damit immer korrekte Satzmuster an. Sie begleitet das eigene Handeln sprachlich. Gefühlsäusserungen der Kinder werden aufgegriffen und benannt. Den Kindern soll für ihre verbalen Äusserungen die notwendige Zeit gelassen werden. Um den Kindern die Vollwertigkeit der Gesprächspartner zu vermitteln, wird bei Gesprächen auf Augenhöhe Blickkontakt hergestellt.
Wir haben uns gezielt eine Fremdsprache mit Migrationshintergrund gesucht, und nicht Englisch als Zweitsprache gewählt. Dabei erfahren die deutsch/deutschen Kinder wie es Migrationkindern ergeht, wenn sie das Gegenüber sprachlich nicht verstehen und andere Wege suchen müssen, um sich zu verständigen. Englisch ist keine Migrationsprache, ist aber als „Weltsprache“ von Bedeutung und wird daher bereits in unseren Einrichtungen angeboten.
In unseren Einrichtungen wird ein gepflegter Umgangston ohne Kommandosprache gesprochen. Jedes Kind wird persönlich mit Namen begrüsst und verabschiedet. Auch die Eltern sollen begrüsst und verabschiedet werden. Eine Abgrenzung von Seiten der ErzieherInnen zu den Eltern ist von unserer Seite her unerwünscht.
Da die Grundlage einer differenzierten Sprachförderung die frühzeitig einsetzende regelmässige und systematische Beobachtung und Dokumentation der Sprachentwicklung des Kindes ist, kommen auch hier unsere Entwicklungsberichte zum Einsatz. Eine wichtige Aufgabe der ErzieherInnen ist daher die Beobachtung und Dokumentation. Dies setzt eine umfassende, von uns durchzuführende Schulung des Personals voraus. Als Grundlage nutzen wir die Entwicklungsbögen, die von Laewens und Andres (infans) erarbeitet wurden. Die Entwicklungsbögen sind keine starren Gebilde, sondern dienen als Leitfaden. Ebenso kommen hier Video- und Tonbandaufnahmen zum Tragen, die von den ErzieherInnen in Falluntersuchungen gemeinsam – bei Bedarf auch mit unterstützt von externem Fachpersonal (z.b. Psychologen, Logopäden) - nach Absprache mit den Erziehungsberechtigten - angefertigt werden, um genauer und gezielter nachzufragen und zu beobachten.
Eine herausragende Rolle beim Erlernen der Sprache (Zweit- oder Drittsprache) und auch dem Schreiben kommt der Literacy-Erziehung zu. Wir fördern durch reichhaltige Literacy-Erfahrungen in der Kindheit sowohl aktuell als auch längerfristig die Sprachentwicklung des Kindes. Sie sind wesentliche Voraussetzung für Abstraktionsfähigkeit und für den Erwerb und die Ausdifferenzierung von schriftsprachlicher Kompetenz (Textverstehen, Lesen, Lesefreude, Literaturkompetenz, Schreiben, Produktion von komplexeren schriftlichen Texten). Mit der Literacy-Erziehung ist hier vor allem die frühe kindliche Erfahrung und Kompetenz auch in der themenorientierten Sprachförderung gemeint, rund um Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur, Bilderbuchbetrachtung, Vorlesen und Erzählen von Geschichten.
Bildung findet immer statt, und Räume wirken und bilden
Unsere Einrichtungen haben im Gegensatz zum Einzelwaschbecken Waschrinnen. Die Kinder können Wasserexperimente machen, sich gemeinsam an die Rinne stellen und Zähne putzen, Materialerfahrungen mit und im Wasser. Die Kinder können sich, – wenn sie das Werkbank-Diplom erworben haben, sich frei mit dem Werkzeug und dem Material auseinandersetzen. Durch Multifunktionstische, die auf unterschiedliche Ebenen eingestuft werden können, erhalten die Kinder die Möglichkeit, sich stehend oder sitzend mit ihrer jeweiligen Thematik auseinanderzusetzen. Zentrale Bestandteile sind, der Zugang zu modernen Medien (- wir haben den Computer mit einem Mikroskop verbunden, so erfahren die Kinder noch andere Handhabungen mit dem Medium Computer), helle lichtdurchflutete Räume, viel Platz und Raum zur freien Gestaltung durch die Kinder.
4. Kursangebote
Die von uns angebotenen Kurse sind für die Kinder jeweils verbindlich. Ob, und in wieweit das Kind sich in und an dem Kurs beteiligt, bleibt zunächst dem Kind überlassen. Allerdings legen wir Wert darauf, dass das Kind zunächst anwesend ist.
4.1. Naturwissenschaften
Zum Verständnis der Komplexität unserer Welt gehört eine tiefgehende Kenntnis der Naturwissenschaften. Für unsere Gesellschaft und für das Überleben unsere Ökonomie in der Zukunft müssen wir in den frühesten Jahren die Grundsteine naturwissenschaftlichen Denkens legen. Daher sehen wir es als unseren gesellschaftlichen Auftrag an, die Kinder bereits im Kindergarten die Fächer Biologie, Chemie und Physik experimentell heran zu führen.
4.2. Tanztherapie, Theater, Musik
Die motorische und die musische Erfahrung hängt eng mit der kognitiven Entwicklung zusammen. Durch Körper bewusste Tanzspiele nehmen unsere Kinder ihren Körper ganzheitlich war. Sie verstehen ihren Körper als Sprache und können den Tanz zum körperlichen Ausgleich nutzen. Körperliches Wohlgefühl reduziert aggressives und fördert soziales Verhalten. Das Theaterspielen und der Zirkus bieten den Kindern die Plattform zur Reflexion ihrer Umwelt und sich selbst. Neben dem sozialen Verhalten fördert Musik logisches und mathematisches Denken.
4.3. Englisch
Schon im Kindergarten findet bei uns wöchentlich ein Englischkurs statt. Ziel ist, den Kindern die englische Sprache spielerisch näher zu bringen. Obwohl auch der Kindercampus bilingual sind, ist uns die weltweite Bedeutung der englischen Sprache bewusst und findet bei uns seine Anerkennung.
4.4. Physiotherapie
Viele körperliche Symptome zeigen sich bereits in frühen Jahren. Da auch dort gezielt durch frühes Erkennen und Krankengymnastik präventiv gearbeitet werden kann, kommt monatlich in alle Klassen eine Physiotherapeutin. Die Arbeit mit der Physiotherapeutin mit den Kindern, aber auch im Informationsaustausch mit den Lehrerinnen/Erzieherinnen und dem Träger lässt uns den Blick auf das Mobiliar in unserer Einrichtung schulen. Schon die Arbeit mit der Physiotherapeutin zeigt uns, wie wir auf die veränderten Rahmenbedingungen eingehen müssen, wie wir auch in unserer Einrichtung dem Kindergarten erfahren. Genormte Tische und Stühle schaffen ein körperfeindliches Klima, bis hin zu medizinischen Beschwerden (Rückenleiden). Unsere Kinder werden im Schnitt immer grösser, passen sich nicht dem genormten Mobiliar an, und haben aufgrund des schnellen Wachstums in frühen Kindheitsjahren massivere körperliche Probleme als Erwachsene. Das zu erkennen, übernimmt bei uns unsere Physiotherapeutin, auch Rat geben, kleine krankengymnastische Übungen und Rückenschule. Auch werden mit ihr zusammen von einem Tischler neues Mobiliar – wie z.b. unsere Multifunktionstische für unsere Einrichtungen entworfen.
4.5. Sexualerziehung
Die Sexualerziehung – übernommen von einer Hebamme – hat neben der Aufklärung auch einen präventiven Charakter. Wir wollen die Kinder stark machen zu sagen: „Nein, das ist mein Körper.“ Das Programm „Sexualerziehung“ wird angeboten von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und ist altersgemäss aufgeteilt. Unsere sehr guten Erfahrungen mit unserem jetzigen Projekt im Kindergarten zeigt uns die Wichtigkeit mit diesem Thema.
4.6. Geschlechtsbewusste Erziehung, interkulturelle Arbeit
Wir legen sehr grossen Wert darauf, dass die Kinder sich ihrer Geschlechtlichkeit, und auch das anders sein (kulturell, religiös, geschlechtsspezifisch, etc.) bewusst sind. Durch das Anti-Bias-Programm wollen wir den Kindern und auch den Erziehern eine Diskussionsgrundlage mit auf den Weg geben. In dem Anti-Bias-Ansatz – entwickelt in Südafrika zur Überwindung der Apartheidregime und das damit verbundene Denken – auf deutsch „gegen Einseitigkeit“.
5. Bewegung
Die Lust an Bewegung ist Ausdruck von Lebensfreude und zugleich wichtiges Mittel der Entwicklungsförderung. Bestimmte Bewegungsübungen unterstützen die Entwicklung des Gehirns. Durch eigenständiges Handeln schafft sich das Kind Bewegungserlebnisse, indem es sich mit sich selbst, dem Material und der Gruppe auseinandersetzt. Aufgrund des engen Zusammenhangs von Wahrnehmung und Bewegung wird die geistige Entwicklung entscheidend von der Vielfalt der Erfahrungen des Kindes im experimentierenden und erforschenden Umgang mit Materialien und Personen beeinflusst. Die Motopädagogik betont den engen Zusammenhang von Wahrnehmen, Bewegen, Erleben und Handeln. Daher ist es für uns unerlässlich, das die angestellten ErzieherInnen an einer Fortbildung im Bereich Motopädagogik erfolgreich teilnehmen. Die motopädagogische Erziehung ist für uns die Förderung der kindlichen Gesamtpersönlichkeit. Bewegung fördert eine Reihe kognitiver Kompetenzen, was sich wiederum positiv auf die sprachliche und soziale Entwicklung des Kindes auswirkt.
Diese Bewegungsübungen sind Teil des Konzeptes. Durch die Yogaübungen entwickeln und erleben Kinder Körper- und Raumgefühl. Dabei werden Konzentration und Kreativität gefördert. Das bewegte Tun wird mit Einführungen in die Stille und durch Atemübungen ergänzt.
Wenn das Kind erfährt, das körperliche Übungen zu seinem Wohlbefinden beitragen, wird es später keine Schwierigkeiten haben, mit seinem Körper mühelos umzugehen und seine Signale zu verstehen. Insofern kann Yoga auch als Prävention für Haltungsschäden gesehen werden.
6. Rolle des Fachpersonals
In erster Linie besteht das Fachpersonal aus staatlich anerkannten Diplom-, SozialpädagogInnen und ErzieherInnen. In unserem Konzept werden sie von Expertenteams unterstützt, deren Aufgabe die Betreuung der Kurse ist. Das heisst der Kindergarten benötigt ein umfassendes Personal, bestehend aus SozialpädagogInnen, Diplom-PädagogInnen, ErzieherInnen, PsychologInnen, TherapeutInnen und Experten aus jeweiligen Fachgebieten. Wir haben in dem Konzept des Kindergartens ein Kurssystem installiert, dass z.b. Englisch von einer Engländerin, Musik von einer Musiklehrerin, Malkurs von einer Kunstpädagogin, Tanztherapie von einer Tanztherapeutin, Physiotherapie von einer Physiotherapeutin, etc. anbietet. Die Diplom- und SozialpädagogInnen und die ErzieherInnen begleiten die Kinder in dieser Konzeptform mit den Experten gemeinsam.
Die Bilingualität der Einrichtungen wird gewährleistet durch den Einsatz von jeweils fachlich ausgebildeten italienischen/spanischen ErzieherInnen.
6.1. Qualitätsmanagement
Um das Verhalten der Kinder einzuschätzen, und damit ihre Begabungen entdecken zu können werden die angelegten Fragebögen vom Fachpersonal bearbeitet. Diese Fragebögen werden in den Teamsitzungen jährlich überarbeitet und gegebenenfalls verändert. Es ist eine Art Up-Date, ein Vergleichsprotokoll, eine Beobachtungshilfe und auch Reflexion des Fachpersonals mit dem Thema und dem betreffenden Kind und dient als Grundlage für die regelmässig stattfindenden Elterngespräche.
Weitere zentrale Elemente unserer Konzeption sind die Supervision und die Mediation der Mitarbeiter als Einzelne, wie auch als Gesamtgruppe.
Die Weiter- und Fortbildung des Fachpersonals beinhaltet neben den klassischen Fortbildungen im Elementarbereich auch die Teilnahme an ergänzenden Lehrveranstaltungen.
6.2. Mediation
Neben den wöchentlichen Teamsitzungen, die für jeden Mitarbeiter verbindlich sind, wird vierteljährlich Mediation angeboten. Diese Mediation dient dem Team zur Stärkung. Es bietet auf neutraler Ebene einen Rahmen an, um Konflikte anzusprechen und auszutragen. Ein Kindergarten ist heute täglich mit den Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels konfrontiert. Durch die vielen verschiedenen Formen des Zusammenlebens von Erwachsenen und Kindern werden an die Tagesbetreuung oft neue, individuelle Anforderungen gestellt. Die Betreuung der Kinder muss sich an die geänderten Bedürfnisse der Eltern anpassen und sich an den wandelnden pädagogischen Vorstellungen orientieren.
Vor diesem Hintergrund ist es zunehmend wichtig, die Fähigkeiten und Kompetenzen einer jeden Mitarbeiterin kreativ zu nutzen. Zusätzlich müssen die Erzieherinnen die Fähigkeit entwickeln, Situationen einzuschätzen, die Arbeitsweise und das Konzept den Veränderungen anzupassen. Die Arbeit im Team ist eine gute und effektive Möglichkeit, sich diesen Veränderungen sowohl fachlich als auch qualifiziert zu stellen.
Teamarbeit geschieht nicht automatisch. Ein von Aussen als “ stark ” wahrgenommenes Team zeichnet sich durch die individuelle Qualifikation und die Teamfähigkeit eines jeden Mitgliedes aus.
Der Mediations-Workshop dient als Einführung in die wichtigen Begriffe und Grundlagen der Teamentwicklung und vermittelt dazu praktisches Handwerkszeug.

