Eingereicht bei startsocial vom Träger 55 e.V. wurde das Konzept, der Finanzierungsplan, Tagesablauf, Team, Mitarbeitermotivation von den Stadtstrolchen in der Schweizer Str und dem Kindercampus (Kindergarten, Vorschulgruppe, Hort) Grethenweg 137 in Frankfurt.
Juryfeedback für Teilnehmer - Vorbemerkung
Das Juryfeedback besteht aus zwei Teilen: Einer (a) Beurteilung des reife- bzw. Wirkungsgrads und aus (b) ausformulierten Anregungen mit einem Stärken-Schwächen-Profil und einem Fazit.
(a) Zunächst finden Sie hier eine Einschätzung des Reife- und in gewisser Hinsicht auch Wirkungsgrads Ihres Projektkonzepts. Der Reife- bzw. Wirkungsgrad kann als “sehr hoch”, “hoch”, “mittel” oder “niedrig” eingestuft sein oder auch als “nicht beurteilbar”. Er beschreibt, inwieweit die, im Feedbackbogen aufgeführten Aussagen aus der Sicht der Jurors auf Ihr Projektkonzept zutreffen. Die Aussagen entsprechen dabei den im Teilnehmerhandbuch beschriebenen Anforderungen an Ihren Wettbewerbsbeitrag. Mit den als “Bonus” gekennzeichneten Angaben können zusätzliche Pluspunkte gesammelt werden, diese sind für eine sehr gute Bewertung jedoch nicht erforderlich.
In folgender Tabelle finden Sie eine Erläuterung der verschiedenen Bewertungsstufen. Dabei gilt: Auch ein unterschiedlicher Realisierungsgrad der eingereichten Projekte (z.B. laufendes Projekt vs. neue Idee) wurde bei der Bewertung berücksichtigt. Die inhaltliche Qualität ging vor Form und Vollständigkeit, sofern das fehlen von Angaben durch den Teilnehmer schlüssig begründet wurde.
Hier liegt eine hervorragende Idee / ein überzeugender Ansatz zu Grunde. Die Aspekte eines Bausteins wurden in überdurchschnittlicher Weise herausgearbeitet. Die klare und plausible Darstellung wird durch zusätzliche Informationen, z.B. Hintergrund, Perspektiven oder Risiken/Chancen, ergänzt.
Ausgezeichnet! Hier gibt es kaum noch Ansatzpunkte zur Verbesserung.
Vom Ansatz her ein gelungenes Vorgehen. Die Angaben zu dem jeweiligen Baustein sind plausibel und - in Relation zum Realisierungsgrad des Projekts - auch vollständig. Die inhaltliche Qualität überzeugt. Die, im Teilnehmerhandbuch beschriebenen, Anforderungen sind erfüllt.
Sehr gelungen! An der einen oder anderen Stelle gibt es jedoch noch Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung des Konzepts.
Die Angaben sind grundsätzlich nachvollziehbar und greifen einen grossen Teil der wesentlichen Aspekte auf. Es besteht jedoch Überarbeitungsbedarf hinsichtlich Vollständigkeit und Qualität. Der inhaltliche Schwerpunkt kann noch stärker fokussiert und durch entsprechende Argumentation und Plausibilität herausgearbeitet werden.
Ein solides Konzept! Auf dieser Basis können Sie die weitere Entwicklung vorantreiben.
Der Baustein weist deutliche Schwächen auf : Eine konkrete Idee oder schlüssige Ansätze des Vorhabens sind nicht ausreichend erkenn- bzw. nachvollziehbar. Das Konzept ist inhaltlich nicht ansprechend bzw. unvollständig, ohne dass eine schlüssige Begründung vorliegt.
Überprüfen Sie Ihren Ansatz! Setzen Sie sich nochmals kritisch mit Ihren Zielen und Annahmen auseinander, ggf. unter der Heranziehung eines neutralen Dritten.
Dieser Aspekt wurde so unvollständig bearbeitet, dass eine Bewertung nicht möglich ist. Andererseits ist die Lückenhaftigkeit so gut begründet, dass sie keinen Punktabzug bringen soll.
Vervollständigen Sie Ihr Konzept! Auch wenn Sie die Informationen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht haben, machen Sie sich rechtzeitig Gedanken, wie Sie diese Lücke schliessen können.
Im Juryfeedback besonders stark gewichtet wurden die Projektidee und das entsprechende soziale Umfeld. Gleichwohl fliessen natürlich alle sieben Themenblöcke in die Beurteilung Ihres Konzepts mit ein.
(b) Im Anschluss an die Einschätzung des Reife- bzw. Wirkungsgrads Ihres Projekts finden Sie ausserdem eine ausformulierte Erläuterung, in der der Juror die Stärken und Schwächen Ihres Konzeptes aus seiner Sicht festgehalten hat und gegebenenfalls auch hilfreiche Anregungen gibt.
Juryfeedback
50089: Träger 55 e.V.
(A) BEURTEILUNG DES REIFE- BZW. WIRKUNGSGRADS
1. Projektvorstellung
1.1 Idee
Die Idee ist hilfreich und überzeugend, sie besitzt das Potenzial, etwas zu bewirken.
Die vorgeschlagene Lösung verspricht für die Zielgruppe eine nachhaltige und langfristige Hilfe. Das Projekt geht nicht allein die Symptome, sondern auch die Ursachen eines Problems an.
Das Projekt greift ein dringliches Problem auf, indem es sich z.B. an eine Gruppe von Bedürftigen wendet, die in der letzten zeit stark gewachsen ist oder für die zur Zeit wenig andere Hilfsangebote bestehen.
Die Idee kann mit möglichst geringem Mittel- und Ressourceneinsatz vergleichsweise viel Gutes für die Zielgruppe bewirken.
Die Projektidee ist auch für einen Laien verständlich dargestellt, und die Zielsetzung ist klar herausgearbeitet.
Das Projektvorhaben enthält eine innovative Idee (z.B. einen neuartigen Lösungsansatz)
1.2. Umsetzung
Die Arbeit im Projekt läuft sinnvoll ab, die beschriebenen Ablaufschritte sind durchdacht und aufeinander abgestimmt.
Bedürfnisse und Lösungsansatz passen zusammen, Aufwand und Nutzen stehen zueinander in angemessenem Verhältnis.
Die Projektbeschreibung enthält alle wesentlichen Sachmittel sowie Angaben zu benötigter Infrastruktur und Mitarbeiterbedarf.
Die Aufgabenverteilung ist klar dargestellt, die Einteilung der Aufgaben ist sinnvoll strukturiert.
Die Rechtsform des Projektes wird genannt und entsprechend begründet, die Wahl der Rechtsform erscheint sinnvoll für die langfristige Weiterführung des Projektes.
1.3. Ziele
Die einzelnen geplanten Schritte sind geeignet, um die langfristige Vision für das Projekt zu erreichen.
Die Zwischenziele nach 6 und 12 Monaten sind realistisch und in dieser Zeit erreichbar.
Mögliche Schwierigkeiten beim Erreichen dieser Ziele werden erkannt, Lösungsansätze werden aufgezeigt.
2. Umfeld
Das Projekt ist geeignet, einer ausreichend grossen Zahl von Betroffenen zu helfen. Die Zielgruppe/n ist/sind deutlich eingegrenzt und es ist klar ersichtlich, wem konkret geholfen werden soll. Das Team besitzt eine umfassende und realistische Sicht des sozialen Umfeldes der Zielgruppe.
Die wichtigsten Stärken und Schwächen bereits bestehender Angebote werden aufgezeigt und die Unterscheidungsmerkmale des eigenen Projekts deutlich gemacht.
Sinnvolle Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Projekten, ggf. auch mit “Wettbewerbern”, werden angedacht bzw. es liegen bereits konkrete Ideen für eine mögliche Zusammenarbeit vor.
Die Projektidee ist prinzipiell auch auf andere Orte, Regionen oder auf andere soziale Kontexte übertragbar bzw. bereits umfassend in dieser weise angelegt.
Das verwendete Zahlenmaterial ist nachvollziehbar und die Annahmen sind plausibel (z.B. durch Quellenangaben belegt)
3. Team
Die Teamaufstellung (Initiatoren, Mitglieder) ist klar erkennbar und die Aufgabenverteilung innerhalb des Teams ist eindeutig und sinnvoll strukturiert.
Die Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten im Team ergänzen sich und bilden eine gute Basis für die Umsetzung des Projekts. Sowohl soziales als auch wirtschaftliches Know-how ist vorhanden. Das Team ist sich eventueller Schwachstellen bewusst und denkt aktiv über Vorschläge zur Ergänzung fehlender Kompetenzen nach.
Das Team ist gegenüber der potenziellen Abwanderung einzelner (leitender) Mitarbeiter robust; personelle Veränderungen können ggf. kompensiert werden.
Die Motivation der Initiatoren/Mitarbeiter und ein gewisser Teamgeist sind auch für Aussenstehende erkennbar. Die Absicht des Teams bzw. der einzelnen Teammitglieder, das Projekt tatsächlich erfolgreich umzusetzen, wirkt auch Dritten gegenüber überzeugend.
Ehrenamtliches Engagement wird in dem Projekt besonders gefördert (z.B. durch besondere Anreize wie Fortbildung)
4. Öffentlichkeitsarbeit
Das Projekt ist im Bereich Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit erkennbar aktiv bzw. besitzt bereits ein klares Konzept für diesen Bereich. Es bestehen bereits Kontakte zur Presse, zur Wirtschaft oder zu anderen Institutionen.
Es besteht ein möglichst vollständiges Bild der verschiedenen Zielgruppen der Projektkommunikation (z.B. Betroffene, Partner und Förderer, freiwillige Helfer, etc.)
Es wird eine ausreichende Vielzahl an Kommunikationsmassnahmen zielgenau eingesetzt. Ggf. liegen kreative Vorschläge zur Nutzung von Medien und bestehenden Netzwerken vor, dabei werden die speziellen Botschaften auf die jeweiligen Zielgruppen abgestimmt.
Die Kernbotschaften und anderen Kommunikationsinhalte wecken Interesse am Projekt und überzeugen die Adressaten. Die verwendeten Argumentationsstränge sind in sich schlüssig.
Das verwendete Kommunikationskonzept enthält besonders innovative oder kreative Ansätze.
5. Finanzplan
Alle relevanten Informationen über die grundlegenden Einnahmen und Ausgaben des Projektes liegen vor. Die Mittel für den laufenden Betrieb in Form von Geld, Sachmitteln und Personal sind erläutert. Auch die bestehenden bzw. geplanten Quellen für die benötigten Sach- und Geldmittel sind aufgeführt.
Die Angaben sind nachvollziehbar und stimmen in Grösse und Umfang mit dem Projekt überein. Der Finanz- bzw. Mittelbedarf wird realistisch eingeschätzt und in plausibler Weise abgedeckt.
Die zur Verfügung stehenden Mittel werden sinnvoll verwendet. Dabei stehen die Ausgaben in Relation zur erbrachten Leistung.
Der Finanzbedarf wird nicht nur kurzfristig geplant, sondern es wird erläutert, wie sich die Aufwendungen über mehrere Jahre hinweg entwickeln und wie sie sukzessive abgedeckt werden können.
(B) AUSFORMULIERTE ANREGUNGEN
Stärken
Liebe Frau Briegel,
ich bin sehr beeindruckt von der Zielgerichtetheit und dem Konzept ihres Kindergartens. Es ist wichtig, Kindern so früh wie möglich Werte und individuelle Zuwendung zu vermitteln. Auch die Idee das ganze Lernkonzept in 7 Bereiche aufzuteilen ist einleuchtend. Richtig finde ich auch, dass Wert auf Sprache (v.a. Fremdsprache) gelegt wird und die Kinder durch Bewegung ein Gefühl für ihren Körper entwickeln.
Die Mitarbeiter durch Supervision neue Energie und Elan zu geben, ist eine gute Methode und sollte dringend in Schulen eingeführt werden. Sie gehen zudem auf die Wünsche der Eltern ein, was vor allem in diesem frühen Stadium ausschlagend ist.
Der Kostenplan ist schlüssig und zielgerichtet und wie man ersehen kann, befindet sich ihr Kindergarten im Wachstum (starker Kostenanstieg). Auch scheinen sie staatliche Zuschüsse zu bekommen, was nur für Ihr Projekt spricht.
Schwächen
Die Idee, Kinder früh zu fördern, ist (wie oben erwähnt) wichtig. Man sollte nur aufpassen, dass man ihnen erlaubt, weiterhin Kinder zu bleiben und sie nicht zu früh in die Erwachsenenwelt hineingezogen werden. Es schien mir manchmal, als ziele Ihr Kindergarten darauf ab, Kinder so früh wie möglich in junge wissenschaftliche und logisch denkende Erwachsene umzuwandeln. Auch empfinde ich die Idee der Sexualerziehung als eindeutig übertrieben. In dem Alter ist das nun wirklich nicht nötig.
Fazit + Anregungen
Die Kosten erscheinen mir schlüssig, jedoch habe ich mich etwas über den immensen Kostenanstieg gewundert. Ist der Kostenplan für die Kindertagesstätte so schon in die Realität umgesetzt worden oder entsteht die Tagesstätte noch? Vielleicht können Sie etwas mehr wert auf Öffentlichkeitsarbeit legen und sich gleichzeitig nach privaten Spendern oder Unternehmen umsehen, die Sie finanziell unterstützen könnten.
Startsocial 2005
Juryfeedback
50089: Träger 55 e.V.
(A) BEURTEILUNG DES REIFE- BZW. WIRKUNGSGRADS
1. Projektvorstellung
1.1. Idee

